MeinErbe.org
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So funktioniert MeinErbe

Was Sie hier tun können

Fragebogen und Stammbaum

Am Anfang steht ein kurzer Fragebogen, mehr nicht. Aus Ihren Antworten entsteht der Stammbaum bereits während des Ausfüllens von selbst. So sehen Sie Eingabefehler unmittelbar und bekommen zugleich die erbrechtlichen Auswirkungen Ihrer Angaben optisch ansprechend vor Augen geführt. Ein Klick auf eine Person im Stammbaum öffnet die Bearbeitung: Angaben lassen sich ändern, weitere Personen ergänzen. Nichts davon ist endgültig, Fehler beim Ausfüllen sind also kein Problem.

Quoten, Ordnungen und Alternativen

Auf jeder Karte im Stammbaum steht der gesetzliche Erbteil, die Farben zeigen die Ordnung (I, II, III). Wer nichts erbt, verschwindet nicht, sondern bleibt sichtbar, allerdings ohne Quote und dafür mit der Erklärung, warum er leer ausgeht. Sie können auch durchspielen, was sich ändern würde: Schlägt jemand die Erbschaft aus, werden die Quoten sofort neu berechnet.

Erklärungen, Assistent und Export

Damit die Fachsprache nicht im Weg steht, öffnen unterstrichene Wörter ihre Erklärung, und unter „In diesem Fall“ steht, welcher Grundsatz gerade greift, jeweils mit der Fundstelle im Gesetz. Wenn dann noch etwas offen ist, fragen Sie den Assistenten: Er kennt Ihren Fall und antwortet ebenfalls mit Fundstelle. Was Sie behalten wollen, halten Sie als Vermerk fest oder nehmen es als PDF mit. Das ist eine gute Grundlage für das Gespräch bei Notar, Anwältin oder Nachlassgericht.

Zugänglichkeit

Funktionen wie Leichte Sprache oder die Möglichkeit, auf Englisch umzustellen, sollen MeinErbe für möglichst viele Menschen nutzbar machen. Die Vollbildansicht zeigt den Stammbaum in maximaler Größe und macht ihn so auch für sehschwache Personen gut sichtbar.

Für wen MeinErbe gedacht ist

MeinErbe richtet sich insbesondere an Personen ohne juristische Vorkenntnisse: an Angehörige, die nach einem Todesfall wissen müssen, wer jetzt eigentlich Erbe ist; an Menschen, die vorsorgen und überlegen, ob die gesetzliche Erbfolge ihren Vorstellungen entspricht, mit der Folge, dass sie andernfalls eine „Verfügung von Todes wegen“ errichten müssten; und an alle, die schlicht verstehen wollen, wie das deutsche Erbrecht funktioniert. MeinErbe kann andererseits aber auch von Studenten für einen besseren Lernerfolg genutzt werden. Die Bedienung ist bewusst schlicht gehalten: große Flächen, wenig Text pro Schritt, keine Anmeldung, Leichte Sprache auf Knopfdruck. So kommen auch ältere Menschen ohne Übung mit Webseiten damit zurecht.

Was uns wichtig ist

Juristische Korrektheit geht uns vor bequemer Vereinfachung. Sie bekommen deshalb nicht nur ein Ergebnis, sondern auch den Grund dafür und die Stelle im Gesetz, an der er steht. Ebenso wichtig ist uns, offen zu sagen, wo unsere Darstellung endet: Überall dort, wo ein Umstand Ihr Ergebnis verändern könnte, steht ein Hinweis. Wir präsentieren Ihnen also kein Ergebnis, das unter Umständen gar nicht eintritt.

Ihre Daten bleiben bei Ihnen

Sie brauchen kein Konto und müssen sich nicht registrieren. Ihr Stammbaum wird nur in Ihrem Browser gespeichert, nicht auf unseren Servern. Auf einem anderen Gerät ist der Fall deshalb leer, und wenn Sie Ihre Browserdaten löschen, ist er weg. Nutzen Sie also den Export als PDF, wenn Sie etwas aufbewahren möchten. An den Assistenten gehen Ihre Angaben nur dann, wenn Sie das ausdrücklich freigeben. Echte Namen brauchen Sie ohnehin nicht: Sie können auch „Kind 1“, „Kind 2“ usw. eintragen.

Was MeinErbe nicht leistet

MeinErbe ist keine Rechtsberatung. Das Tool informiert allgemein, prüft Ihren Einzelfall aber nicht verbindlich und ersetzt weder Anwältin noch Notar. Es zeigt außerdem allein die gesetzliche Erbfolge: Gibt es ein Testament oder einen Erbvertrag, geht dieser vor und kann die Erbfolge oder Quoten, die sich aus der gesetzlichen Erbfolge ergeben, überlagern. MeinErbe berechnet weder die Erbschaftsteuer noch schätzt es den Wert des Nachlasses. Dargestellt wird ausschließlich deutsches Recht ohne Auslandsbezug.

Hintergrund

MeinErbe ist im Rahmen des Legal Loves Tech Hackathon 2026 entstanden, eines gemeinsamen Hackathons an der Technischen Universität München und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Gestellt hat die Aufgabe das Bayerische Staatsministerium der Justiz unter dem Titel „Wer erbt? Familien- und Erbstruktur visualisieren“.

Den Bedarf dafür beschreibt das Ministerium so:

„Nach einem Todesfall ist vielen Menschen unklar, welche Familienangehörigen bei der gesetzlichen Erbfolge überhaupt berücksichtigt werden und wie sich komplexe Familienverhältnisse auf die Erbfolge auswirken. Bereits die Darstellung der relevanten Familienstruktur kann für juristische Laien eine Herausforderung sein. Umso schwieriger wird es, darauf aufbauend die Erbfolge und Erbquoten nachzuvollziehen.“
Bayerisches Staatsministerium der Justiz